Die erste Stille Nacht
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Entstehung und Verbreitung des berühmtesten aller Weihnachtslieder

Diese 45 minütige Fernseh- Dokumentation erzählt die Geschichte der Entstehung und Verbreitung des weltberühmten Salzburger Weihnachtsliedes“Stille Nacht”. Sie ist eine Erweiterung meines ersten Films über die Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht“, der erstmals zu Weihnachten 1997 in 12 Staaten ausgestrahlt wurde: Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Island, Japan, Kanada, Österreich, Portugal, Schweden,Schweiz, Slowenien. Weltweit haben rund 10 Millionen Fernseh- Zuseher diesen Film gesehen. Der zweite Film soll zu Weihnachten 1999 ausgestrahlt werden.

Oberndorf – Mariapfarr – Salzburg:

Die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht“. Neu: Mag. Manfred Fischer machte die Entdeckung, daß Joseph Mohr nicht in der Steingasse 9, sondern in der Steingasse 31 lebte.

Fügen – Leipzig:

Jener Mann, der die Orgel der Oberndorfer St. Nikola- Kirche reparierte, brachte das Lied „Stille Nacht“ ins Zillertal. Bald wurde das Lied in das Repertoire vieler Tiroler Chöre aufgenommen, die auf Weihnachtsmärkten
auftraten. 1831 sangen die Geschwister Strasser „Stille Nacht“ am Weihnachtsmarkt in Leipzig. Der Verleger A.R. Friese war so begeistert von diesem Lied, daß er es veröffentlichte.

Berlin – London - New York:

Eine anderer Zillertaler Chor, die Geschwister Rainer, legte den Grundstein zur weltweiten Verbreitung von „Stille Nacht“. Auf diese Weise kam das Mißverständnis auf, das Salzburger Weihnachtslied sei ein Tirolerlied. Die New Yorker Uraufführung von „Stille Nacht“ fand auf der Wall Street statt.

Wien – Oberndorf:

Viele Jahre nach Mohrs Tod wurde sein Kopf nach Wien gebracht. Da es keine Abbildungen von Mohr gab, wurde nun eine Büste konstruiert. Sein Schädel wurde später hinter dem Altar der Stille Nacht – Kapelle begraben. Mag. Manfred Fischer wird versuchen mit Hilfe von Röntgenstrahlen jene Stelle zu finden, an der sich Mohrs Schädel befindet.

Salzburg – Hallein – Wagrain:

Da die Heilige Maria im Lied nicht erwähnt wird, war „Stille Nacht“ vor allem bei den Protestanten beliebt. 1854 begab sich ein Gesandter des protestantischen Königs von Preußen Friedrich Wilhlem IV auf die Suche nach dem Ursprung des Liedes. Er kam ins Kloster von St. Peter, denn er dachte Michael Haydn hätte „Stille Nacht“ komponiert. Zufälligerweise war Franz Grubers Enkel Mönch in St. Peter. Er führte den Gesandten des Königs zu seinem Großvater, der zu dieser Zeit Organist in Hallein war. Die Verwunderung war groß, als sich herausstellte, daß ein katholischer Priester den Text des bei den Protestanten so beliebten Weihnachtsliedes geschrieben hatte. Der Komponist Franz Gruber wurde berühmt. Der Textschreiber Joseph Mohr geriet in Vergessenheit. Der Priester starb verarmt in Wagrain. Sein Grab ist noch erhalten. Joseph Mohr war auch Komponist. Der Wagrainer Kirchenchor singt die von Mohr komponierten Musikstücke „Te Deum“ und „An das gute Gewissen“. Die Originalmanuskripte befinden sich in der Pfarr- Bibliothek.

 

    

Berlin – USA - Salzburg:

1934 wurde der erste „Stille Nacht“- Film gedreht, in dem sogar ein Verwandter Grubers mitspielte: „Das unsterbliche Lied“. Es gibt mehr als 50 registrierte Versionen von „Stille Nacht“. DurchÄnderungen des Textes wurden Inhalt und Bedeutung des Liedes immer wieder verändert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Lied als politisches Propaganda- Instrument eingesetzt. Den Nazis war die religiöse Bedeutung von „Stille Nacht“ zwar ein Dorn im Auge, dennoch wollten sie die Popularität des Liedes für sich nutzen. Die nationalsozialistische Version des Weihnachtsliedes fand jedoch wenig Anklang. Am Heiligen Abend 1942 meldeten sich in einer Radio- Ringsendung deutsche Soldaten von allen Kriegsfronten, auch aus Stalingrad.

Als Zugeständnis an die Popularität der ursprünglichen Version von „Stille Nacht“, ließ das deutsche Propaganda- Ministerium diese Version spielen und alle Soldaten sangen mit.

Währen der Kriegsjahre mußten Salzburger Emigranten wie die Trapp- Familie und Leopold Kohr Weihnachten in den USA verbringen. Ein Mitglied der Trapp- Familie erzählt von dieser Zeit. Sie sangen „Stille Nacht“, um Geld für die Befreiung ihrer Heimat zu sammeln und machten auf diese Weise das Lied in den USA bekannt. Als die Amerikaner 1945 in Österreich ankamen, bildete„Stille Nacht“ eine menschliche Brücke zwischen den Einheimischen und den amerikanischen Soldaten.

Frankenmuth – Flachgau:

Nach 1945 hat „Stille Nacht“ tatsächlich die „Völker der Welt“ erreicht. In der amerikanischen Kleinstadt Frankenmuth in Michigan steht eine Rekonstruktion der Stille Nacht- Kapelle in „Bronner’s Christmas Wonderland“. Seit 1992 kamen 250.000 Besucher aus 75 Ländern der Welt hierher.„Stille Nacht“ wurde in 175 Sprachen übersetzt. Unzählige Musiker unterschiedlicher Stilrichtungen haben dieses Lied interpretiert: z. B. Elvis, die Wiener Sängerknaben, Heintje, die Toten Hosen. Musiker wie Barber, Penerecki und Schnittke haben Teile des Liedes in eigene Kompositionen übernommen.

Trotz der Globalisierung und der Kommerzialisierung von „Stille Nacht“ sind die Salzburger Wurzeln des Liedes nicht in Vergessenheit geraten. Beispiele: Stille Nacht- Museen, Stille Nacht- GesellschaftIm Flachgau gibt es eine „Stille Nacht“- Version, die seit der Entstehung des Liedes mündlich überliefert wurde. Zum ersten Mal ist nun ein alter Mann bereit diese, von seinen Vorfahren überlieferte Version von „Stille Nacht vor einer Kamera zu singen.

    

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